Bundesimmobilien bima logo

Unterstützung in der Flüchtlingsunterbringung

Vor der Kaserne Düren-Gürzenich Wald (von links): Karl-Josef Mainz, Leiter Zentrales Gebäudemanagement des Kreises Düren, und Christoph Gröger. (Foto: BImA)

Zur Stelle wenn's drauf ankommt

Bonn/ Köln, 27. Januar 2016. Die Frage nach der Unterbringung zigtausender Asylbewerber und Flüchtlinge beschäftigt nicht nur Bund, Länder, Kreise und Kommunen. Auch bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) beherrscht das Thema in vielen Bereichen die tägliche Arbeit der Beschäftigten. Weit über ihr reguläres Arbeitspensum hinaus zeigen sie enormen Einsatz und setzen alles daran, dass die Flüchtlinge schnell ein Dach über den Kopf bekommen.

 In der BImA arbeiten zahlreiche Beschäftigte intensiv daran mit, den Bedarfsträgern in der jetzigen Notsituation schnell und unbürokratisch Liegenschaften zur Verfügung zu stellen. Stellvertretend erzählt Christoph Gröger, Fachgebietsleiter „Gewerbliche Liegenschaften“ im Regierungsbezirk Köln, wie sich sein Arbeitsalltag verändert hat.

„Aktuell verbringe ich 75 bis 90 Prozent meiner Arbeitszeit mit der Unterbringung von Flüchtlingen“, berichtet Christoph Gröger. Er habe einen sehr hohen Koordinierungsaufwand mit den Bedarfsträgern – sei es die Bezirksregierung, die verschiedenen Kreise oder Kommunen. Mittlerweile kenne er schon fast jeden Bürgermeister oder Ersten Beigeordneten persönlich, fügt er mit leichtem Schmunzeln hinzu, um direkt wieder ernst zu werden: „Es herrscht ein unglaublicher Gesprächsbedarf, auch ein Wissenstransfer ist notwendig.“ Denn teilweise sei den Bedarfsträgern speziell die Rolle der BImA im Verfahren der Bereitstellung von Flüchtlingsunterkünften unklar. Wurde zuvor die Unterbringung der Flüchtlinge noch zentral für Nordrhein-Westfalen von Arnsberg aus gelenkt, so koordiniert diese nun seit knapp einem Jahr die Bezirksregierung Köln auf ihrem Verantwortungsgebiet. Die Bezirksregierungen haben mittlerweile auch Referate eigens für die Flüchtlingsfragen gebildet. „Häufig fängt man dann ganz von vorne an und stimmt erneut den Rahmen ab“, sagt Christoph Gröger.

Potenziale vor Ort prüfen

Aufgrund immer neuer Anfragen von den verschiedensten Stellen habe er zwischenzeitlich mehrfach sein gesamtes Liegenschaftsportfolio überprüft. Vor Ort hat sich der Fachgebietsleiter ein Bild davon gemacht, welche Potentiale im Hinblick auf die Flüchtlingsunterbringung in den Objekten stecken. „Ich bin durch jede einzelne Liegenschaft gegangen, die nur ansatzweise in Betracht kommen könnte, sogar über Brachflächen und Autobahnrestgrundstücke. Und hinter manch einem Objekt verbirgt sich ein Dornröschenschloss“, verrät er. So zum Beispiel hinter der ehemaligen Kaserne in Düren-Gürzenich, die sechs Jahre lang von der Strom-, Gas- und Wasserversorgung getrennt war. Die Liegenschaft, die längst zum Verkauf angeboten war, rückte aufgrund des stetig steigenden Unterbringungsdrucks Mitte des Jahres bei der Bezirksregierung in den Fokus des Interesses. Nach zehn Tagen Herrichtungszeit zogen schließlich die ersten Flüchtlinge ein. Mittlerweile sind es rund 500.

Flexibel und engagiert

Zurzeit ist der Arbeitsanfall stark gestiegen: Viele BImA-Beschäftigte, die sehr flexibel auf die angespannte Situation reagieren, haben teilweise bereits erhebliche Überstunden geleistet – sogar eine 24-Stunden-Rufbereitschaft über zwei Wochen wurde schon angeordnet. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung komme manch eine Objektmanagerin oder ein Objektmanager gar nicht dazu, Gleitzeittage, geschweige denn  längeren Urlaub, zu nehmen. Sie sind zur Stelle, wenn’s drauf ankommt. „Ich rechne nicht damit, dass sich die Lage im nächsten Jahr spürbar entspannt“, gibt Christoph Gröger zu bedenken. Auch wenn Verträge unterzeichnet und Flüchtlinge untergebracht sind, werde die Arbeit nicht weniger. „Im Grunde fängt sie dann meistens erst an, weil immer noch sehr viele koordinierende Gespräche anstehen.“